US-Präsident Donald Trump begründet den Iran-Krieg längst nicht mehr mit dem Ziel, das Mullah-Regime zu stürzen. Inzwischen geht es ihm offiziell nur noch darum, zu verhindern, dass der Iran die Atombombe bekommt.
Insofern ist es der denkbar schlechteste Zeitpunkt, mit Saudi-Arabien einen Nuklear-Deal zu schließen, der das erlaubt, was man im Iran mit großem militärischen Aufwand verhindern will: Uran-Anreicherung, die auch für den Bau der Atombombe genutzt werden könnte.
Saudi-Arabien ist zwar mit den USA verbündet – aber dass das sunnitische Islamisten-Königreich deshalb wirklich vertrauenserweckender als das schiitische Islamisten-Regime in Teheran ist, kann nun wirklich nicht behauptet werden. Entsprechend empört ist Israel über Trumps Atom-Deal mit Riad. Vor allem, weil im US-Vertrag mit Kronprinz Bin Salman nicht einmal vorgesehen ist, dass die Internationale Atomenergiebehörde wirkungsvoll kontrollieren kann, ob die Uran-Anreicherung tatsächlich nur zivil genutzt wird. Das heißt: Die Kontrollmechanismen, die US-Präsident Obama mühevoll mit dem Iran ausgehandelt hatte, gelten für die Saudis nicht. Deshalb wird Benjamin Netanjahu auch durch Trumps nachgeschobene Forderung, die Saudis müssten sich an Israel annähern, nicht wirklich beruhigen lassen.
Wenn der Erzfeind in Riad nuklear aufrüstet, bietet das nicht nur dem Iran, sondern auch der Türkei oder den Emiraten Gründe, nach Nuklearwaffen zu streben – und Israel, weiter atomar aufzurüsten. Trump hat also den Startschuss für ein nukleares Wettrüsten im Nahen Osten gegeben. Und das Schlimmste ist: Er tut das vor allem für Geld! Es geht ihm um Geschäfte für die schwächelnde US-Nuklearindustrie, wahrscheinlich auch um persönliche Deals mit seinen Saudi-Kumpels. Die strategischen Interessen der USA, erst recht die Israels oder der Nato-Partner, sind dabei zweitrangig.KLAUS.RIMPEL@OVB.NET