Es fehlten Symbole des Machens und Könnens

von Redaktion

Schnieders Rausschmiss

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder war ein Durchschnittstyp im Kabinett Merz, einer von der Marke auffallend unauffällig. Aber so einen schnöden Rausschmiss auf Raten hat er auch wiederum nicht verdient.

Es ist schon wahr, den dringend nötigen personifizierten Neubeginn im Verkehrssektor verkörperte Schnieder nicht gerade. Aufbruchstimmung hat er eigentlich nur mit der Inthronisation der durchsetzungsstarken Südtirolerin Evelyn Palla als neue Bahnchefin erzeugt. Doch dieser Effekt ist nun nach knapp einem Jahr verpufft. Die Pünktlichkeit der Züge ist so schlecht wie eh und je, ein positives Reisegefühl bei der Bahn konnte bisher nicht erzeugt werden, freundlich ausgedrückt. Es fehlen auch bei der Bahn Symbole des Machens und Könnens, die das Land ja überall so dringend bräuchte.

Statt aber endlich mal eines der vielen notwendigen Neubauprojekte in Angriff zu nehmen, konzentrierte sich Schnieder mit Verve auf das Sanieren. Das ist zwar auch wichtig, aber eben nicht allein. Ein Beispiel aus Bayern: die Mühldorfer Strecke. Seit etlichen Jahren wird der Ausbau versprochen. Das Projekt ist perfekt durchgeplant. Doch angeblich fehlt immer noch das Geld – trotz der Milliarden aus dem Sondervermögen. Es ist unerklärlich. Und leider kein Einzelfall. Schnieder wollte lieber sanieren, nicht neu bauen. So stand er eher für die eingestürzte Brücke, nicht für das neue Stellwerk. Das ist ihm wohl zum Verhängnis geworden.

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