CSU plant All-Medizin

von Redaktion

Alexander Hoffmann, CSU-Landesgruppenchef © dpa

München/Berlin – Deutschland soll ein dichtes militärisches Satelliten-Netz bekommen. Die CSU ruft nach einer „Weltall-Flotte mit mehr als 1000 Satelliten“, die sichere Kommunikation auch in Krisen und Aufklärung mit Spezialkameras und Radar gewährleisten kann. „Wir müssen und wollen unser Land besser schützen. Sicherheitspolitik findet immer mehr auch im Orbit statt“, heißt es in einem Resolutionsentwurf für die Klausur der 44-köpfigen CSU-Landesgruppe in Kloster Banz, die heute startet. Das Papier liegt unserer Zeitung vorab vor.

Landesgruppen-Chef Alexander Hoffmann, derzeit auch Interims-Vorsitzender der gesamten Fraktion, will mit der Tagung (geplant weit vor dem Berliner Minister-Karussell) den thematischen Blick weiten. „Strukturreformen sind unerlässlich, aber unser Land braucht mehr: entschlossene Investitionen in Forschung, Innovation und Technologie, attraktive Anreize für Wissenschaftler, Unternehmer und Gründer, persönlicher und wirtschaftliche Freiheit, Sicherheit und Lebensqualität“, sagte er unserer Zeitung.

Die All-Offensive dürfte sich recht irdisch auf Bayern auswirken – dort sind zahlreiche Unternehmen für Luft- und Raumfahrt beheimatet. Der Weltraum werde auch ökonomisch immer wichtiger für Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit, formuliert Hoffmanns Papier. Deutschland dürfe nicht in Abhängigkeit geraten. „Trägerraketen und Startplätze sind heute das Nadelöhr europäischer Souveränität.“ Raketen und Satelliten sollen hierzulande gebaut und in Europa gestartet werden.

Neues Thema: Die CSU dringt darauf, den Weltraum zur Herstellung von Medikamenten zu nutzen. „In der Schwerelosigkeit entfallen Flüssigkeitsbewegungen und das Absetzen von Partikeln, was zu qualitativ hochwertigeren und kompakteren Ergebnissen führt. Im All können somit reinere und wirksamere Stoffe hergestellt werden“, steht im Entwurf. Etwa für Krebspatienten könnte das große Fortschritte bringen. Nötig sei, auch kommerzielle Raumstationen mit Laboren zu entwickeln. „Wir wollen innerhalb der kommenden zehn Jahre das erste deutsche Medikamentenlabor im Weltall ermöglichen.“

Im Militär-Bereich fordert die CSU mehr Entgegenkommen der Ukraine – und eine „Unterstützungs-Dividende“. Mit deutschen Geldern habe die Ukraine für ihren Verteidigungskampf schlagkräftige Militärtechnologie entwickelt, etwa bei Marschflugkörpern, Kampfdrohnen und bei der Drohnenabwehr. An diesen Rüstungsinnovationen müsse Deutschland teilhaben, um seine eigene Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit zu stärken. „Wir fordern ein zwischenstaatliches Abkommen mit Kiew, in dem sich die ukrainische Seite verpflichtet, ihre technologischen Fähigkeiten mit uns zu teilen, damit wir gemeinsam stärker werden.“CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

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