„Schwamm drüber“: Söder stellt sich hinter Kanzler

von Redaktion

Markus Söder im Interview am Starnberger See. © Rupp/dpa

Tutzing – Es war anders geplant, mal wieder. Sein ZDF-Sommerinterview wollte Markus Söder erst dann geben, wenn alle Personalien der Kabinettsumbildung bekannt sind – lieber über Inhalte reden als über Spekulationen. Am Sonntag sitzt Söder aber im improvisierten Draußen-Studio am Starnberger See und muss doch über Unvollendetes reden.

Sollte er sich ärgern, lässt er sich das nicht anmerken. Der CSU-Chef verteidigt den Kanzler für die unglücklichen Abläufe bei der Absage von Fast-Verkehrsminister Fritz Güntzler. „Wenn man mit jemandem am Abend ausmacht, dass er kommt, und dann in der Früh um 4 Uhr hört, dass es nicht klappt, das macht es manchmal nicht leichter. Da liegt die Verantwortung sicher nicht beim Bundeskanzler.“ Das hätte sich „der Kollege“ (also Güntzler) vorher überlegen sollen. Nun gebe es „ein bisschen Zeitverzögerung“. Da gelte „Schwamm drüber“. Söder stellt sich vorsichtig hinter die größere Umbildung. „Insgesamt halte ich das für vertretbar und auch keinen großen Schaden.“

Söder fordert die CDU auf, an der klaren Abgrenzung zur AfD festzuhalten. Alles andere „würde zu einer Spaltung der Union führen“. Er bekräftigt außerdem seine Unterstützung für eine Bundespräsidenten-Kandidatur von Ilse Aigner. Das müsse man auch mit der SPD besprechen, von dort seien positive erste Reaktionen gekommen. Seinen eigenen Kurs in Berlin beschreibt er als „konstruktiv wie selten“. Für München bekräftigt er trotz ÖDP-Volksbegehren sein Interesse, 2028 noch mal anzutreten – „wenn die Partei und die Wähler das wollen“.CD

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