KOMMENTAR

Rechts macht sich selbst Konkurrenz

von Redaktion

Italien, Polen, Frankreich

Während man hierzulande bang nach Sachsen-Anhalt schaut, wo die AfD ab Herbst erstmals regieren könnte, sind andere Teile Europas in der politischen Evolution schon weiter. Jüngstes Beispiel: Italien, wo eine neue Rechtsaußen-Partei offenbar jenen Krawall liefert, den sich Giorgia Meloni als Regierungschefin nicht mehr leisten kann. Interessant daran: Das rechte Lager teilt sich und wird sich damit selbst gefährlich. Polens PiS macht die Erfahrung aktuell gleich doppelt, auch Frankreichs Rassemblement National hat (allerdings schwächelnde) Konkurrenz von rechtsaußen.

Erkenntnis: Auch die Anti-Establishment-Welt ist vor Spaltung nicht gefeit. Sie ist wohl der Preis, den rechte Parteien für (moderate) Anpassung zahlen. Man darf davon ausgehen, dass die AfD, die diesen Konflikt seit Jahren in sich trägt, die europäische Entwicklung genau beobachtet. Ihre Strategen ahnen, dass man, einmal an der Macht, die vorher gut gepflegte Kompromisslosigkeit ein Stück weit ablegen muss. Das schafft Raum für andere politische Akteure oder Raum für internen Streit mit knallharten Ideologen wie Höcke. Beides ist denkbar.

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