Eine kriselnde Polit-Freundschaft

von Redaktion

Netanjahu bei Trump

Zwei sehr unterschiedliche Signale sendete Washington zuletzt aus: Via pakistanischem Geheimdienst verlautete, dass Donald Trump nun doch mit Bodentruppen in den Iran einmarschieren will. Und gleichzeitig wurden nach 13 Nächten Dauer-Attacken die Luftangriffe auf den Iran gestoppt. Beides passt insofern zusammen, da es den Weg zu neuen Verhandlungen mit dem Mullah-Regime ebnen soll, nach dem Motto: Wir reden wieder, statt zu bomben – aber falls ihr weiter stur bleibt, können wir eskalieren.

Der Haken ist nur: Teheran glaubt aus gutem Grund nicht daran, dass der US-Präsident wirklich bereit wäre, US-Soldaten in einem Bodenkrieg zu verheizen. Nur ein Drittel der US-Amerikaner befürwortet diesen Krieg noch. Und es sind vor allem (ehemalige) Trump-Fans und Republikaner-Wähler, die eine isolationistische US-Politik einfordern. Deshalb droht der Iran-Krieg mit seinen Folgen (steigende Energiepreise, Inflation) den Republikanern die Zwischenwahlen zu verhageln.

Völlig gegensätzlich ist die Interessenlage bei Trumps Gast Benjamin Netanjahu: Auch der israelische Premier steht vor entscheidenden Wahlen, nur dass seine Wähler die Fortsetzung des Iran-Kriegs bis zur völligen Zerstörung der militärischen Kapazitäten Irans erwarten. Die einst dicke Freundschaft von Bibi und Donald ist entsprechend abgeflaut.KLAUS.RIMPEL@OVB.NET

Artikel 1 von 11