Unionsfraktion: Unruhe vor der Chef-Wahl

von Redaktion

Berlin/München – Unter heftigem Rumoren kommt heute die Unionsfraktion im Bundestag außerplanmäßig zusammen. Ziel ist die Neuwahl ihres Fraktionschefs, der scheidende Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) ist einziger Kandidat. Intern gibt es die Sorge, dass sich am engen Vertrauten von Friedrich Merz Ärger der Abgeordneten über den Regierungschef entlädt. „Das wird knallen“, heißt es in Unionskreisen düster. Dennoch gilt eine Mehrheit für Frei als gesichert.

Merz hatte mit seinem Kabinettsumbau mehrere Landesgruppen schwer verärgert und bereits im Parteivorstand ungewöhnlich kräftige Widerworte für seinen Führungsstil erfahren. Rheinland-Pfalz reagierte zornig auf die Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder, Sachsen und Sachsen-Anhalt protestieren gegen die Versetzung oder Entlassung von Staatsministern und Staatssekretären. Merz wird vorgeworfen, schlecht kommuniziert zu haben.

Auch in Bayern, formal von keiner Personalie betroffen, gibt es Stirnrunzeln über den Komplett-Austausch im Bundesgesundheitsministerium von (bisher) Ministerin Nina Warken und Staatssekretär Tino Sorge. CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek lässt zwischen den Zeilen eine gewisse Irritation durchblicken. „Du bist ein Kenner der Materie und stark vernetzt“, richtet sich Holetschek in einem Social-Media-Post an den entlassenen Sorge (CDU): „Schade, dass du diese Expertise nicht mehr weiter im Ministerium einbringen kannst.“ Zustimmung klingt anders. Die Nachfolger von Warken und Sorge sind fachfremd und müssen sich völlig neu einarbeiten.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann, Interimsvorsitzender der Fraktion, berichtet von laufender Überzeugungsarbeit bei Abgeordneten. „Wir arbeiten daran, dass Thorsten Frei ein gutes Ergebnis bekommt.“HOR/CD

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