BMW handelt, um nicht zu enden wie VW

von Redaktion

Autobauer streicht 8000 Stellen

Jetzt ist die Autokrise auch in München angekommen, mit voller Wucht: 8.000 der weltweit 154.000 Stellen bei Deutschlands Vorzeige-Autobauer fallen weg, doch der Stammsitz in der Isarmetropole wird besonders hart betroffen sein. Das ist schmerzhaft, auch wenn der Abbau mit attraktiven Abfindungsangeboten sehr sozialverträglich vonstattengeht. BMW bleibt auch im Abschwung ein vorbildlicher Arbeitgeber.

Der brutale Verdrängungswettbewerb vor allem auf dem chinesischen Automarkt lässt dem Management keine andere Wahl. Dort verkaufen die Münchner ein Viertel weniger Fahrzeuge. Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic macht damit gleich nach Amtsantritt tabula rasa. Harte Schnitte nimmt man vor, solange die Gründe dafür nicht dem Neuen selbst anzulasten sind.

Zugleich rüstet sich BMW so für noch härtere Zeiten. Im letzten Dreivierteljahr ist der Aktienkurs um fast 40 % gefallen. Das zeigt, wie düster der Markt die Lage unserer Autobauer momentan einschätzt. BMW handelt jetzt, um nicht in eine existenzbedrohende Lage wie der gefesselte Riese VW zu geraten. Dort haben Politiker, die durch die staatliche Mitbestimmung mit am VW-Lenkrad sitzen, den Konzern aus dem politischen Wolkenkuckucksheim direkt an den Rand des Abgrunds gesteuert. Deshalb droht bei der Drama-Queen der deutschen Industrie ein blutiger Kahlschlag von 100.000 Stellen inklusive Werksschließungen und Verödung ganzer Regionen.

Derlei ist bei BMW dank der vorausschauenden Unternehmensführung zum Glück nicht zu befürchten. Doch dass selbst ein Vorzeigeunternehmen wie BMW so hart reagieren muss, zeigt, wie groß die Herausforderungen für die deutsche Industrie sind. Monat für Monat gehen dort 15.000 Jobs verloren. Die Stellenstreichungen bei BMW sind ein weiterer Weckruf an die Politik, es mit Regulierung, CO2-Bepreisung und anderen politischen Vorgaben nicht zu weit zu treiben.

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