Waldbrände von historischem Ausmaß toben in Europa. Sie bedrohen die Wirtschaftskraft ganzer Regionen, erzwingen Massenevakuierungen, zerstören zehntausende Existenzen. Und der Höhepunkt der Saison steht noch bevor: Am heftigsten brennt es meist im August.
Nach dem Hitzesommer 2025 glaubte wohl niemand, dass die Temperaturen dieses Jahr niedriger oder die Böden feuchter sein würden. Dennoch ist die EU unzureichend vorbereitet. Die Löschkapazitäten gehen bereits zur Neige. Europa behandelt großflächige Waldbrände als Ausnahme, nicht als Regel. Doch sie sind längst die katastrophale Realität des europäischen Sommers. Sie wüten derzeit in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und Griechenland. Die EU rechnet damit, dass bald auch Tschechien, Ungarn und die Slowakei Unterstützung im Kampf gegen die Flammen benötigen.
Neben mehr Löschflugzeugen, besserer Ausrüstung und präventiver Waldbewirtschaftung muss die EU ihre Mitgliedstaaten zu besserer Aufklärung verpflichten: Das Klima allein stiftet keine Brände, es begünstigt sie nur. Die meisten Feuer entstehen durch menschliches Handeln.SOPHIA.BELLIVEAU@OVB.NET