Verband kritisiert Umgang mit Ex-Soldaten

von Redaktion

Berlin – Der Reservistenverband fordert größere Anstrengungen bei der Rekrutierung von Reservisten. „Die Bundeswehr ist momentan gut darin, für die aktive Truppe zu werben“, sagte Verbandschef Bastian Ernst (CDU) der Zeitung „Welt“ laut Mitteilung von Donnerstag. „Der Faktor Reservisten spielt im Recruiting noch nicht dieselbe Rolle. Wir müssen die Karrierecenter anders aufstellen.“

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will die Zahl der Reservisten von aktuell rund 60.000 auf mindestens 200.000 bis zum Jahr 2035 steigern. Doch es gebe großen Nachholbedarf im Umgang mit Reservisten und Bewerbern, sagte Ernst. Für ehemalige Soldaten müsse künftig gelten: „Grundsätzlich sollte jeder, der zurückkehren möchte, wieder in die Bundeswehr kommen können.“ Ausnahmen seien Extremisten oder Bewerber mit gravierenden gesundheitlichen Problemen. „Aber wer dienen möchte, sollte nicht abgewiesen werden – unabhängig davon, ob er bereits gedient hat oder nicht.“

Besonders groß seien die Probleme beim Umgang mit ungedienten Bewerbern, so Ernst. „Uns begegnen Menschen, die etwa ihren Kriegsdienstverweigerungsantrag zurückziehen und mit 45 oder 50 Jahren, mit Familie und mitten im Leben, sagen: Ich will etwas tun. Ich entscheide heute anders als mit 18 oder 19.“ Diese Menschen würden zu oft hören: „Das geht nicht, das dauert zu lange, oder das ist nichts für Sie. Man fordert sie auf, ihr Abiturzeugnis herauszusuchen.“ Es könne nicht sein, „dass man diese Menschen im Prozess scheitern lässt oder sogar abweist“.

Artikel 7 von 11