Sanchez spricht von „Angriff“ auf Spanien

von Redaktion

Madrid – Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez hat den Andrang Zehntausender Migranten auf die Nordafrika-Exklave Ceuta als „Angriff“ und „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ bezeichnet. Bei einem Besuch im Gebiet an der Meerenge von Gibraltar sagte er zudem den knapp 85.000 Einwohnern Ceutas die Unterstützung des ganzen Landes zu: „Wir übernehmen die Verantwortung für diese Situation.“

Beim Besuch der Exklave kündigte Sanchez am Freitag weitere Maßnahmen zur Sicherung der Grenze an. So sollen am Grenzdamm zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta Schwimmbojen installiert werden, um eine „physische Sperre“ zu schaffen. „Die Ausreise vieler Migranten findet bereits statt“, sagte der Regierungschef, und hob zugleich die Zusammenarbeit mit Marokko hervor. Zwar kamen bis Freitagmorgen weitere Menschen über die Grenze, zugleich kehrten aber viele nach Marokko zurück. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders RTVE entspannte sich die Lage dadurch. Am Abend kursierte eine unbestätigte Zahl von 35.000 Rückkehrern. Ceuta ist formal nicht Teil des weitgehend offenen Schengen-Raums der EU.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rief die spanische Regierung auf, die Situation schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen. „Der Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration“, betonte er. „Von Marokko erwarten wir, dass sie die illegalen Migranten unverzüglich wieder zurücknehmen.“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen forderte ein hartes Vorgehen. „Wir können niemandem erlauben, in unsere Union zu kommen, ohne sich an unsere Regeln zu halten“, schrieb die deutsche Politikerin. Die britische Regierung bot Spanien Unterstützung an. „Natürlich ist das in erster Linie eine Angelegenheit der spanischen Regierung, aber die Situation gibt Anlass zur Sorge“, sagte Premierminister Andy Burnham.

US-Präsident Donald Trump nannte die Bilder aus Ceuta „schrecklich“. „Erinnert euch an dieses Bild“, zitierte ihn der Sender Fox News. „So wird es uns in drei Jahren ergehen, wenn die falsche Seite an die Macht kommt“, sagte er in Anspielung auf einen möglichen Gewinn der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2028.

Artikel 1 von 11