KOMMENTAR

Europa muss sich robuster schützen

von Redaktion

Flüchtlingsdrama in Ceuta

Die Weinerlichkeit, mit der Europas verbliebene Linke auf Spaniens Regierungschef Sánchez schauen, darf man sich getrost sparen. Er ist nicht in erster Linie Opfer eines Angriffs, sondern Hauptschuldiger für ein gravierendes Versagen beim Außengrenzschutz. Sánchez sendet seit Monaten gefährliche Pull-Signale. Gleichzeitig vertrödelte seine Regierung eine starke Absicherung der Exklave Ceuta. Und schätzte zu naiv Marokko als verlässlichen Partner ein. Ob Marokkos Sicherheitsbehörden den Sturm auf Ceuta aktiv organisierten oder nur durch gezieltes Wegschauen anfachten, wird noch zu klären sein.

Das Ceuta-Drama ist – neben seiner riesigen menschlichen Dimension, dutzende Tote – ein Warnschuss an Europa: Die neue, härtere Linie in der Asylpolitik (also: Asyl nur noch für Asylberechtigte) muss abgesichert werden durch Zoll-Deals, Returnhubs und eben einen robusten Grenzschutz. Wo immer Staaten das nicht leisten, muss Frontex eingreifen dürfen. Der EU-Grenzschutz, im Fall Ceuta nur ein aus der Ferne winkender Kostümverein, braucht Macht. Fälle, in denen Migration als Waffe eingesetzt wird – ob Belarus oder Marokko – werden sich häufen.

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