Wirbel um Hallervorden-Auftritt bei der CDU

von Redaktion

Der Schauspieler bringt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident mit provokanten Thesen in Schwierigkeiten

Schauspieler Dieter Hallervorden singt auf einer CDU-Veranstaltung letzte Woche in Halle/Saale. © dpa

Magdeburg/Halle – Der Schauspieler Dieter „Didi“ Hallervorden sorgt mit einem Kabarettauftritt bei Wahlkampfveranstaltungen von Sachsen-Anhalts CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze für Wirbel. Er nutzte die Bühne dabei für scharfe Kritik am Kurs von CDU und SPD in der Bundesregierung und zu Israel-Kritik.

Nach Veranstaltungen in Halle und Magdeburg in den vergangenen Tagen gehe es dennoch wie geplant ab Montag weiter, sagte der Generalsekretär des CDU-Landesverbands, Mario Karschunke. Die Veranstaltungen am Montag in Dessau und Freitag in Naumburg seien sehr gut gebucht. Für Dessau gebe es rund 600 Anmeldungen.

Bei dem Gesprächsformat mit dem Titel „Kultur braucht Freiheit“ stehen der Schauspieler und der Ministerpräsident gemeinsam mit einer Moderatorin auf der Bühne. Es geht um den persönlichen Begriff von Freiheit, was eine lebendige Demokratie braucht und welche Rolle Kunst, Meinungsfreiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt spielen.

Hallervorden bringt musikalische Beiträge mit und legt den Fokus stark auf Frieden. Die aktuelle Verteidigungs- und Rüstungspolitik lehnt der 90-Jährige dabei ab. Auch auf die von ihm bereits früher kritisierte Israel-Politik nimmt er Bezug: In einem Hintergrundvideo zu einer Gesangseinlage von ihm ist kurz ein Foto einer Demonstration mit dem Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ zu sehen.

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann sagte dazu der „Bild“: „Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza, wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.“ Man stehe zur Meinungs- und Kunstfreiheit, doch „mindestens muss die Kunst mit deutlichem Widerspruch leben“. Sven Schulze hatte schon in der Magdeburger Veranstaltung am Mittwoch gesagt: „Ich möchte kein Land haben und kein Land regieren, wo ich das Gefühl habe, hoffentlich sprechen sie alle das, was ich sage. Sondern ich möchte schon auch Gegenrede haben.“ Hallervorden mischt im Wahlkampf mit, um eine AfD-Regierung zu verhindern. Das könne bereits bei 40 Prozent sein, warnte er.DÖRTHE HEIN

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