Suu Kyi traf einen Vertreter des Roten Kreuzes. © AFP
Naypyidaw – Erstmals seit dem Militärputsch in Myanmar vor fünfeinhalb Jahren ist ein Treffen der früheren Regierungschefin Aung San Suu Kyi mit einem ausländischen Vertreter öffentlich bekanntgeworden. Die Militärregierung veröffentlichte Aufnahmen, die die Friedensnobelpreisträgerin (81) bei einem Treffen mit dem Myanmar-Repräsentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Arnaud de Baecque, zeigen. Zu ihrem Aufenthaltsort und Gesundheitszustand gab es zuvor jahrelang kaum verlässliche Informationen.
Das Staatsfernsehen berichtete, das Treffen habe am Morgen (Ortszeit) stattgefunden. Wo Suu Kyi und De Baecque zusammenkamen, wurde nicht bekannt. Die Aufnahmen zeigen beide in einem holzvertäfelten Raum. Die Militärregierung veröffentlichte auch Bilder vom 81. Geburtstag der früheren Freiheitsikone im Juni, auf denen sie offenbar im Hausarrest einen Geburtstagskuchen anschneidet. Das Rote Kreuz bestätigte das Treffen in einer Mitteilung. „Der Besuch erfolgte gemäß den Standards und Verfahren des IKRK für Besuche bei Inhaftierten“, hieß es darin. „Dazu gehörte auch die Gelegenheit, mit Aung San Suu Kyi unter vier Augen zu sprechen.“
Suu Kyis Sohn Kim Aris sprach in sozialen Medien von einem Zeichen der Hoffnung. „Dies ist ein wichtiger erster Schritt, aber er darf nicht der letzte sein“, schrieb der 49-Jährige. Er hoffe, der IKRK-Besuch führe zu einem besseren humanitären Zugang, direktem Kontakt mit seiner Mutter, glaubwürdigen Informationen über ihr Wohlergehen und zu ihrer Freilassung. Suu Kyi steht seit dem Militärputsch vom Februar 2021 unter Arrest.