Renten-Rumpeln: Anke Rehlinger (SPD, v.li.) mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) und SPD-Chef Lars Klingbeil. © dpa
München – Auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat sich gegen die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 ausgesprochen. „Ich lehne den aktuellen Vorschlag an dieser Stelle ab, weil er dem Respekt vor der Lebensleistung von Menschen widerspricht“, sagte Rehlinger den Funke-Medien. „Mindestens kann er nicht gelten für alle, die mit etwas anderem geplant haben. Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, verdient Respekt und eine würdige Rente.“
Die Renten-Reformkommission hatte die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte vorgeschlagen. Dagegen sprachen sich ostdeutsche Ministerpräsidenten von CDU und SPD aus. Mit der SPD-Vizechefin und saarländischen Regierungschefin Rehlinger bekommen sie nun Unterstützung aus einem West-Bundesland.
Die Sozialdemokratin schlägt in der Debatte um die Empfehlungen der Rentenkommission einen Kompromiss vor: „Markus Söder hat sich glasklar gegen die Minijob-Regelung ausgesprochen, ich hätte kein Problem damit, ihm entgegenzukommen“, sagte Rehlinger an die Adresse des CSU-Chefs. „Im Gegenzug sollten wir eine gerechte Rente für langjährig Versicherte erreichen, die mehr nach Beitragsjahren schaut statt nur nach Lebensalter.“ Auch Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) spricht sich für den Erhalt der sogenannten Rente mit 63 aus.
Statt einer Streichung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte fordert die Linke eine Ausweitung. „Wer 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat, muss frei über seinen Ruhestand entscheiden dürfen“, sagte Parteichefin Ines Schwerdtner. Das würde bedeuten: Wer etwa mit 16 angefangen und durchgehend Rentenbeiträge gezahlt hat, könnte mit 61 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält die geplante Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 hingegen für unverzichtbar. „Eine Abschaffung schafft schätzungsweise knapp zehn Milliarden Euro an langfristigen Einsparungen und 125.000 zusätzliche Beschäftigte pro Rentnerjahrgang“, sagte Fratzscher der „Rheinischen Post“. „Ohne dieses Element ist die Rentenreform tot.“