Der CDU-Flop mit Hallervorden

von Redaktion

Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

Wenn die CDU Sachsen-Anhalt im Wahlkampf nur zur Verlesung ihres Parteiprogramms laden würde, bräuchte sie keine Halle mieten. Telefonzelle reicht. Wer heute öffentlichkeitswirksamen und medientauglichen Wahlkampf will, braucht schon Überraschungen, Prominenz, Provokation, vor allem den Blick über den eigenen Tellerrand. Gerade in den Ländern, in denen sich das Parteienspektrum so verschoben hat wie in weiten Teilen des Ostens, kann sich die CDU nicht mehr selbst genug sein.

Mit der Hallervorden-Tour hätte das dem unbekannten Ministerpräsidenten Sven Schulze gelingen können – hätten seine Leute genauer hingeschaut. Der Entertainer, 90 Jahre jung, darf gern den Friedensapostel geben, gegen CDU-Positionen sticheln, sich an Merz reiben – organisierte Majestätsbeleidigung belebt Wahlkämpfe. Und gerade Konservativen tut‘s gut, Meinungsverengung nicht mitzumachen. Was aber ist Hallervorden ins Hirn gefahren, CDU-Kanzler und SPD-Verteidigungsminister mit SA-Videos und Gaza-Propaganda zusammenzuschneiden, sie ins Nazi- und Kriegsverbrecher-Umfeld zu schieben?

Der Missgriff zeigt leider, dass in Teilen des Ostens mancher Grundkonsens unter Demokraten, wo Grenzen der Beleidigung sind, nicht mehr gilt. Schulzes CDU steht auf der Bühne verlegen daneben und knetet sich die Hände. Das ist schlecht vorbereitet, amateurhaft, und es hilft wahrlich nicht beim Einsatz gegen die AfD. Auch diese Unprofessionalität ist ein Grund für den Niedergang der CDU im Osten.

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