Irgendwann muss es mal gut sein. Irgenwann muss man zugeben: Wir haben verloren. Irgendwann ist jetzt – jedenfalls, was den Streit um die Hochhaus-Pläne auf dem Münchner Paketpost-Gelände angeht. Für die Projekt-Gegner wäre es an der Zeit, ihre Niederlage zu akzeptieren und den Investor bauen zu lassen.
Die Realität ist anders. Robert Brannekämper und seine Mitstreiter machen sich Gedanken über eine Normenkontrollklage: Sie wollen Nachbarn unterstützen, die gegen die Pläne vor Gericht ziehen wollen (sie selbst können nicht klagen). Allein schon beim Lesen dieser Sätze merkt man, in welch tiefen juristischen Verästelungen die Sache spielt.
Und das ist ein Problem. Denn in diesen Verästelungen versickern Zeit und Geld in rauen Mengen. Seit Jahren streitet die Stadt über die Paketpost. Nachbarn, Bezirksausschuss, Stadtrat, Verwaltung und eine Armada von Juristen: Sie alle haben die Pläne durchgekaut. Ergebnis: Der Stadtrat hat das Projekt genehmigt, ein neues Viertel soll entstehen.
Ganz ehrlich: Wenn das nicht klappt, dann können wir‘s auch gleich bleiben lassen mit dem Zukunftspläne-Machen. Wenn jeder Macher eines Projekts zehn Jahre an vorbereitendem juristischen Wahnsinn einkalkulieren muss: Dann investiert er sein Geld vielleicht halt lieber in einen US-Konzern als in ein Münchner Bauprojekt. Wenn die Generation unserer Groß- und Urgroßväter mit so einer Lage konfrontiert gewesen wäre: Dann würden wir wahrscheinlich heute noch per Pferde-Tram durch die Stadt holpern.ULRICH.HEICHELE@OVB.NET