Der iranische Präsident Massud Peseschkian. © Salemi/dpa
Teheran/Washington – Eine schnelle Wiedereröffnung der Straße von Hormus ist weiter nicht gesichert. Der Iran stellt dafür Forderungen an die USA, die für Washington inakzeptabel sein dürften. Außenminister Abbas Araghtschi sagte, auch wenn bei den Verhandlungen über die Meerenge zwischen dem Iran und Oman eine Einigung nah sei, müssten die USA Zugeständnisse machen.
US-Vizepräsident JD Vance sagte dem Sender Fox News dagegen, Teheran habe noch nicht alle Forderungen der amerikanischen Regierung erfüllt. Allerdings seien in den vergangenen Tagen Fortschritte bei den Verhandlungen erzielt worden. US-Präsident Donald Trump hatte vorige Woche die nach seinen Angaben bislang heftigste Welle von Angriffen auf den Iran abgesagt – kurz vor Beginn der geplanten Attacken, mit denen er die Blockade brechen wollte.
Der Iran stellte nun sechs Forderungen für eine Wiedereröffnung der faktisch blockierten Straße von Hormus auf: Die Vereinigten Staaten dürften die Islamische Republik nie wieder bedrohen, hieß es in einer von iranischen Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats. Zudem müssten sie den Krieg gegen den Iran und dessen Verbündete in der Region endgültig beenden. Als weitere Bedingung nannte der Rat, die USA müssten die Seeblockade iranischer Häfen aufheben und ihre Streitkräfte aus dem Gebiet abziehen, wie der regierungstreue Sender Press TV aus der Erklärung zitierte. Außerdem müssten sie den Iran für Kriegsschäden vollständig entschädigen, Sanktionen aufheben und eingefrorene Vermögenswerte „bedingungslos“ freigeben. Von diesen Forderungen werde der Rat nicht abweichen, hieß es weiter. Die USA müssten ihr Verhalten tatsächlich ändern.
Der Nationale Sicherheitsrat ist das höchste Entscheidungsgremium im Land, wird von Präsident Massud Peseschkian geleitet und steht unter der Aufsicht des obersten Führers Modschtaba Chamenei. Im Rat sitzen viele Hardliner.