Mehr Kräfte gegen Drohnen

von Redaktion

Damit holt man Drohnen vom Himmel: Bundespolizisten mit modernem Abwehrgerät. © Carsten Koall/dpa

Berlin – Nach der Entdeckung einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig soll die schon zuvor aufgestellte neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei deutlich größer werden als bisher geplant. Sie solle auf 300 Kräfte anwachsen, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Statt vier seien nunmehr acht Standorte geplant, „um schnell und flexibel bei Bedarf vor Ort zu sein“.

Zum Leipziger Vorfall selbst kommen indes immer mehr Details ans Licht. Wie die „Zeit“ berichtet, soll die mit Sprengstoff beladene Drohne am Dienstag vergangener Woche direkt auf ein ukrainisches Frachtflugzeug zugeflogen und von einer der Tragflächen, in der der Treibstofftank sitzt, abgeprallt sein. Das zeigten Aufnahmen einer Überwachungskamera. Laut „Bild“ gibt es außerdem eine heiße Spur: An der Drohne sei DNA gefunden worden – diese sei identisch mit den Spuren bei einem anderen Vorfall: dem Brandanschlag auf ein DHL-Logistikzentrum im Juli 2024, ebenfalls in Leipzig. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass das Paket im Auftrag Russlands platziert war.

Ob es also Verbindungen gibt? Die Bundesregierung hält sich zurück. Auch Russland als möglichen Drahtzieher benennt sie nicht ausdrücklich.

Die neue Drohnenabwehreinheit, die Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Dezember 2025 in Dienst stellte, gilt als Reaktion auf die wachsende Bedrohung, besonders aus Russland. Die Kräfte sollen unbemannte Luftfahrzeuge (unter anderem mit KI) aufspüren, abfangen und gegebenenfalls auch abschießen. Sie sind an Flughäfen, in der Bundeshauptstadt und bundesweit in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte stationiert. Sie startete mit 60 Spezialkräften und sollte auf 130 anwachsen. Jetzt wird sie deutlich größer.

Mehrere Politiker hatten zuletzt Gesetzesänderungen für eine effektivere Abwehr der Bedrohung durch Drohnen ins Spiel gebracht. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) plädierte etwa dafür, dass Bundeswehreinsätze auch im Inneren ermöglicht werden sollten. „Weil man bei Drohnen kaum unterscheiden kann, ob es sich um eine außenpolitische oder innenpolitische Bedrohung handelt“, sagte er dem Deutschlandfunk. „Und deswegen, glaube ich, müssen wir auch über eine Änderung des Grundgesetzes sprechen, und ich hoffe auch, dass wir da zu Ergebnissen kommen.“ SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner hält das für sinnlos, weil Schwarz-Rot eine solche Mehrheit schlicht fehle.

Ziel des neuen Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums von Bund und Ländern, das Anfang des Jahres die Arbeit aufgenommen hat, ist der Austausch von Expertise und ein abgestimmtes Handeln in der Abwehr von Drohnen. Man merke bei den Drohnen, dass Profis am Werk sind, sagte Günther. Man könne sich „kaum vorstellen, dass da nicht auch eine staatliche Infrastruktur dahintersteckt.“

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