KOMMENTAR

Oben das Kreuz, unten die Wurzeln

von Redaktion

Kampenwand-Gipfel

Dass es eine Geschichte zu erzählen gibt wie heute im Bayern-Teil: Das ist ein gutes Zeichen. Da geht‘s um das Gipfelkreuz auf der Kampenwand – und um die Familie, die es pflegt. Das ist deshalb schön, weil der Artikel über den einen Berg und die einzelnen Personen hinausweist. Weil er zeigt: Tradition und Religion sind nichts Verstaubtes und nichts zum Nachlesen in einem bröckelnden Buch. Beides gibt‘s nur dort, wo Menschen ihre Überzeugungen leben. Wo sie Dinge tun und Werte schaffen, die über den nackten Alltag – über Essen, Schlafen und Geldverdienen – hinausgehen.

In regelmäßigen Abständen taucht die Debatte auf, ob Gipfelkreuze nicht eigentlich verboten gehören – weil religiöse Symbole nichts im öffentlichen Raum zu suchen hätten. Quatsch! Natürlich gehören die da hin. Da oben steht ein Kreuz, weil wir unten Wurzeln haben.

Und alle anderen, die der Religion fernstehen, müssen deshalb ja keinen Anstoß am Gipfelkreuz nehmen. Sie können es einfach als Tradition verstehen, die die Landschaft mitprägt. Wer in Ägypten die Pyramiden besucht, muss ja auch nicht an einen gottgleichen Pharao glauben.ULRICH.HEICHELE@OVB.NET

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