Trumps heimlicher Flugzeug-Coup

von Redaktion

Statt in ein großes Flugzeug wurde Trump in der Türkei inkognito in einen kleinen Flieger gebracht. © Brandon/dpa

Washington – Für US-Präsident Donald Trumps Rückflug nach dem Nato-Gipfel Anfang Juli in der Türkei hat das Weiße Haus wegen einer vom Iran ausgehenden Bedrohung zu einer höchst ungewöhnlichen List gegriffen. Der 80-jährige Präsident stieg in Ankara vor laufenden Kameras in die Regierungsmaschine ein, stieg dann aber laut „Washington Post“ unbemerkt in einen seitlich an dem Jet platzierten Catering-Container. Dessen Laster brachte ihn auf dem Flughafen inkognito zu einem kleineren US-Militärflugzeug, mit dem er nach Großbritannien flog.

Nach der Landung der Regierungsmaschine in Großbritannien wechselte der Tross des Präsidenten von der alten, hellblauen Boeing 747 in den neuen Jet, der Trump von Katar geschenkt worden war. Der Präsident stieg dort auch in die Maschine um. Die Öffentlichkeit sollte den Eindruck bekommen, dass er die ganze Reise in den Regierungsmaschinen zurückgelegt habe, berichtete die „Washington Post“. In den USA stieg er dann vor laufenden Kameras aus.

Der Zeitung zufolge sollen selbst einige Mitarbeiter des Weißen Hauses, die ebenfalls in der Türkei in den Regierungsjet gestiegen waren, nicht gewusst haben, dass Trump gar nicht an Bord war. Und die mitgereisten Journalisten sollen auch nicht über die mögliche iranische Bedrohung in Kenntnis gesetzt worden sein.

Die „Washington Post“ beruft sich auf eingesehene Dokumente, Angaben eines mit dem Manöver vertrauten US-Beamten und einer weiteren Person, der Einzelheiten dazu bekannt sein sollen.

Das Weiße Haus äußerte sich auf Anfrage nicht direkt. Kommunikationsdirektor Steven Cheung verwies darauf, dass es – wie Trump kürzlich gesagt habe – viele Feinde Amerikas gebe, die es auf ihn abgesehen hätten. Man setze „jedes uns zur Verfügung stehende Mittel“ ein, um diesen Bedrohungen zu begegnen.

Der Abflug Trumps aus der Türkei war bereits zuvor in den Schlagzeilen gewesen. Er war mit dem neuen Regierungsflieger in die Türkei gereist. Dann wurde bekannt, dass der Präsident für die Rückreise die ältere Regierungsmaschine nutzen würde. Medienberichte legten nahe, dass das umstrittene Geschenk Katars bei einer beschleunigten Umrüstung durch das US-Militär nicht alle Sicherheitsvorkehrungen entsprechend der älteren Maschine erhalten hatte. Nach der Reise kündigte Trump eine Nachrüstung an.

Die „New York Times“ hatte unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, Trump habe auf Anraten des Secret Service den Flug vom Nato-Gipfel in der Türkei zum britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall mit der alten Air Force One absolviert. Demnach ging es dabei um Sicherheitsbedenken. DPA

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