Die Situation der Landwirte ist dramatisch. Je nach Standort fehlt ihnen bereits jetzt das Futter für ihre Tiere, weil es einfach zu heiß und zu trocken ist. Die Forderung der Freien Wähler, Stilllegungsflächen und Blühstreifen für die Tierfutterproduktion freizugeben, ist verständlich. Aber das kann nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Was dort jetzt gewachsen ist, eignet sich als Einstreu. Ob neu angesäte Zwischenfrüchte überhaupt angehen, hängt davon ab, ob es überhaupt regnet in nächster Zeit.
2018 haben Bund und Länder in einer vergleichbaren Dürreperiode 300 Millionen Euro an die Bauern ausgezahlt, um Dürreschäden auszugleichen. Vielleicht braucht es auch heuer Zuschüsse für den Zukauf von Futter. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) ist da derzeit zurückhaltend. Die Kassen sind leer. Die ersten Bauern reduzieren schon ihre Viehbestände. Die Verbraucher werden es merken, wenn Fleisch und Milchprodukte wieder teurer werden. Spätestens jetzt dürfte allen klar sein: Deutschland ist vom Klimawandel sehr betroffen. Wenn das die neue Normalität ist, wird sich der Agrarstandort radikal verändern müssen.