Stuttgart – Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir rät den Grünen auf Bundesebene, aus den Wahlerfolgen in Baden-Württemberg zu lernen und einen Kurs der Mitte einzuschlagen. „Wahlen gewinnen bei uns überwiegend diejenigen, die eine sehr pragmatische Richtung haben“, sagte Özdemir in Stuttgart.
Dieser Weg kann aus Sicht von Özdemir bundesweit funktionieren. „Es heißt oft, Baden-Württemberg sei ein Sonderfall, den könne man nicht übertragen. Als ob wir hier ein Land von Waldschraten und Hinterwäldlern wären.“ Die Themen, die die Menschen in Baden-Württemberg bewegten, gebe es auch anderswo. „Wenn wir es hier geschafft haben, über 30 Prozent der Stimmen zu holen, dann müssen wir ein paar Sachen richtig gemacht haben. Es stimmt einfach nicht, dass sich das nicht übertragen lässt“, sagte Özdemir, der seit Mitte Mai als Nachfolger von Winfried Kretschmann der zweite grüne Ministerpräsident im Südwesten ist.
Das Wahlergebnis im Südwesten sieht Özdemir – der von der Grünen Jugend oft hart kritisiert wurde – auch als eine Bestätigung für seinen pragmatischen Mitte-Kurs, den er im Wahlkampf eingeschlagen hatte. Eine Öffnung zur Mitte bedeute nicht, dass man dann links das Scheunentor öffne.