Trump-Sprecherin schmeißt hin

von Redaktion

Leavitt gibt Posten ab und will Familie priorisieren – Warum der US-Präsident schnell eine Nachfolge braucht

Oft bissig beantwortete Leavitt Journalistenfragen. © AFP

Washington – Die für ihre scharfen und bissigen Antworten auf Journalistenfragen bekannte US-Präsidentensprecherin Karoline Leavitt hat ihren Rücktritt angekündigt. Die 28-Jährige begründete dies am Mittwochabend damit, dass sie sich nach der Geburt ihres zweiten Kindes mehr auf die Familie konzentrieren wolle.

„Unsere wunderbare Pressesprecherin des Weißen Hauses und eine meiner engsten Vertrauten, Karoline Leavitt, wird ihr Amt zum Monatsende niederlegen, um mehr Zeit mit ihrer wunderbaren jungen Familie zu verbringen“, erklärte US-Präsident Donald Trump in den Sozialen Medien. „Karoline wird künftig zu meinen wichtigsten externen Beratern zählen“, kündigte er an. Er verstehe und respektiere ihre Entscheidung zutiefst.

Leavitt hatte zuvor erklärt, sie könne nicht ihrer Funktion als Sprecherin des Weißen Hauses die nötige Zeit und Energie widmen und zugleich die Mutter sein, „die meine beiden kleinen Kinder verdienen“. Es habe ihr „große Freude bereitet, die liberalen Medien in die Pflicht zu nehmen und sicherzustellen, dass das amerikanische Volk die Wahrheit über die Erfolge von Präsident Trump erfährt“.

Leavitt wurde 1997 im US-Bundesstaat New Hampshire geboren. Sie studierte dort an einer privaten katholischen Universität Politik und Kommunikation. Obwohl sie einst Journalistin werden wollte, führte ihr Weg sie schnell in die Politik: Während Trumps erster Amtszeit beantwortete sie zunächst Bürgerbriefe im Weißen Haus, wechselte dann in die Presseabteilung und arbeitete unter Trumps damaliger Sprecherin Kayleigh McEnany.

Nun ist sie die jüngste Präsidentensprecherin in der US-Geschichte. Eisern verteidigte sie Trumps rigide Politik und wischte Fragen etwa zum Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein vom Tisch.

Anfang Mai brachte sie ihr zweites Kind zur Welt, eine Tochter. Sie hat mit ihrem Ehemann – dem reichen und über 30 Jahre älteren Immobilienunternehmer Nicholas Riccio – bereits einen kleinen Sohn, der 2024 zur Welt kam. Unmittelbar vor der Geburt ihrer Tochter hatte sie noch den ihr eigentlich zustehenden Mutterschutz verschoben, um in einer Krisensituation präsent zu sein: Ein bewaffneter Mann hatte in Washington versucht, zum traditionellen Korrespondenten-Dinner vorzudringen, an dem Trump teilnahm.

Trump muss jetzt einen Nachfolger finden, der mit ihrer Schlagfertigkeit mithalten kann. Und das zu einer Zeit, in der ein erfolgreiches Vermitteln seiner politischen Standpunkte für ihn entscheidend ist: außenpolitisch etwa mit Blick auf den noch immer nicht beigelegten Iran-Krieg und innenpolitisch angesichts der anstehenden Kongresswahlen.

Artikel 6 von 11