Berlin – Aufforderungen zur Verteidigung der Demokratie und Warnungen vor einer Verklärung der DDR-Geschichte haben am Donnerstag das Gedenken zum 65. Jahrestag des Mauerbaus geprägt. „Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen“, verbreitet Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) warnte vor „Gleichgültigkeit und Desinteresse“ gegenüber den aktuellen Gefahrdungen der Demokratie.
Klöckner hielt die Hauptrede bei der zentralen Gedenkfeier in der Kapelle der Versöhnung, die Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer ist. Anschließend legten sie und weitere Politiker Kränze am Denkmal der Gedenkstätte nieder, das an die Teilung Berlins und die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft erinnert. Vor dem Brandenburger Tor wurde eine Kunstinstallation zur Erinnerung an die Mauer eingeweiht. „Gerade für junge Menschen, für die die DDR immer weiter in die Geschichte rückt, müssen wir diese Erinnerung wachhalten“, mahnte die Bundestagspräsidentin. Die „Freiheitsideen“, die 1989 zum Fall der Mauer führten, seien „in Gefahr – nicht durch Stacheldraht, sondern durch Gleichgültigkeit“.