Die Aggression im Straßenverkehr steigt – nicht recht überraschend, auf den Straßen gibt‘s ein Abbild unserer Gesellschaft. Auch da sind der Umgang rauer, der Stress und der Druck größer geworden. Die Erwartungshaltung, die Polizei solle jeden Lichthuper und Radlrambo erwischen, ist überzogen; und Totalüberwachung per Assistenzsystemen und Dashcams schießt übers Ziel hinaus. Es gibt aber schon interessante Ansätze, die die Aggression dämmen können.
Der Ruf nach härteren Regeln, ein Reflex in Sicherheitsfragen, hilft vielleicht bei Extremfällen. Da mag abschrecken, wie hart die Justiz inzwischen bei illegalen Autorennen durchgreift, bis hin zur Mordanklage. Schon breitere Wirkung entfacht, bei Gewalt- und Aggressionsdelikten jenseits des Verkehrs den Führerschein zu entziehen. Hier hat die Justiz noch Luft.
Gerade für Städte gilt aber auch, die Verkehrsplanung zu überdenken: Staus minimieren, Ampeln klüger steuern. Der knappe Raum für Transporte, Autos, Radl, Fußgänger muss neu verteilt werden, gerade wenn sich Pendlerströme und Geschwindigkeiten, Stichwort E-Bike-Trend, massiv ändern.CHRISTIAN.DEUTSCHLAENDER@OVB.NET