Elf Jahre Straflager für Kreml-Kritiker Schlosberg

von Redaktion

Moskau – Ein russisches Gericht hat den russischen Kriegsgegner Lew Schlosberg in einem umstrittenen Verfahren zu elf Jahren und einem Monat Haft im Straflager verurteilt. Der Vizechef der liberalen Oppositionspartei Jabloko wurde unter anderem der Verunglimpfung der russischen Streitkräfte schuldig gesprochen. Der 63-jährige Politiker wird das Urteil anfechten, wie Jabloko mitteilte. Russlands Oberstes Gericht bestätigte am Montag außerdem seine Entscheidung zum Ausschluss von Jabloko von der Parlamentswahl im September. Die Partei werde nun eine Aufsichtsbeschwerde einreichen, teilte Jabloko mit.

Die Polizei in Sankt Petersburg nahm indessen einen 41-jährigen deutschen Staatsbürger fest. Das berichtete die russische Exilzeitung „Meduza“. Demnach steht der Mann im Verdacht, 900 Rubel (rund neun Euro) an eine Organisation überwiesen zu haben, die von den Behörden als „extremistisch“ eingestuft wird. Berichten zufolge handelt es sich um die Anti-Korruptions-Stiftung des verstorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalnyj.

Artikel 9 von 11