Griechenland könnte den Spitzenplatz bei den Staatsschulden abgeben. © dpa
Athen – Griechenland will erneut frühzeitig Schulden und Kredite tilgen – diesmal in Höhe von 13 Milliarden Euro bis zum Jahresende, wie die Zeitung „Kathimerini“ berichtet. Unter anderem sollen rund 2,5 Milliarden Euro aus dem ersten Griechenland-Hilfsprogramm von 2010 getilgt werden, die ursprünglich bis 2041 hätten zurückgezahlt werden müssen.
Außerdem sollen 2,2 Milliarden Euro in die Tilgung einer Staatsanleihe fließen und der Bestand kurzfristiger Staatsanleihen bis zum Jahresende um 1,2 Milliarden Euro reduziert werden, wie die Zeitung unter Berufung auf das Wirtschafts- und Finanzministerium berichtete. Das Land spare durch die vorzeitigen Tilgungen rund 360 Millionen Zinsen pro Jahr.
Bereits im Juni hatte Griechenland Kredite über 6,9 Milliarden Euro vorzeitig zurückgezahlt. Dabei handelte es sich ebenfalls um Darlehen aus dem ersten Rettungsprogramm. In den vergangenen Jahren hat das Land immer wieder vorzeitige Rückzahlungen geleistet.
Laut Schätzungen der griechischen Schuldenagentur soll die Staatsverschuldung im laufenden Jahr auf 137 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) sinken. Damit könnte das Land zum Jahresende sogar den ungeliebten Spitzenplatz der höchsten Schuldenquote in der Eurozone an Italien abgeben. Dort wird für 2026 mit einer Schuldenquote von 138,6 Prozent des BIP gerechnet, so der Sender Rai News.
Während der griechischen Finanzkrise von 2010 bis 2018 lag die Verschuldung teils bei gut 180 Prozent der Wirtschaftsleistung und Griechenland drohte aus dem Euro zu fliegen. Als Reaktion wurden europäische Rettungsmechanismen wie der Euro-Rettungsschirm ESM geschaffen, der seit Oktober 2012 klammen Euroländern Finanzhilfen gewähren kann.DPA