„Sehr gutes Verhältnis“: US-Präsident Trump sucht die Annäherung an Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. © Vucci/dpa
Washington – Diplomatische Kehrtwende: US-Präsident Donald Trump will mit Verweis auf seine „sehr gute Beziehung“ zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ein gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea deutlich kleiner ausfallen lassen. Zudem ließ er am Montag durchklingen, dass die seit Jahren üblichen Übungen mit den südkoreanischen Streitkräften künftig auch ganz entfallen könnten.
Er sei nicht glücklich darüber, dass die USA vor langer Zeit solchen gemeinsamen Übungen zugestimmt hätten, erklärte Trump. Diese sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges Signal“ an Nordkorea – ein Land, das, solange er Präsident gewesen sei, keine Bedrohung dargestellt und sich respektvoll verhalten habe. „Deshalb, und weil es zu spät für eine Absage ist, habe ich Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen deutlich zu reduzieren!“
Trumps Ankündigung schien ein Affront gegen den engen Verbündeten Südkorea zu sein, der ähnlich wie Nato-Partner in Europa auf den militärischen Schutz durch die USA zählt. Nordkoreas Machthaber Kim droht Südkorea immer wieder mit militärischer Gewalt und bezeichnet den Süden als „Hauptfeind“. Pjöngjang baute seit Trumps erster Amtszeit sein Atomarsenal aus, zudem unterstützt Nordkorea Russland im Kampf gegen die Ukraine mit Munition und der Entsendung tausender Soldaten.
In einer ersten Stellungnahme teilte das Präsidentenbüro in Seoul vage mit, dass sich Südkorea und die USA eng bei den gemeinsamen Militärübungen koordinieren würden. Ob Trump seine Ankündigung jedoch vorher abgesprochen hat, wird in südkoreanischen Medien angezweifelt.
Südkorea und die USA trainieren jährlich zusammen, um die gemeinsame Verteidigungsfähigkeit zu festigen. Wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, wird das sogenannte „Ulchi Freedom Shield“ dieses Mal nur 14 Feldübungen beinhalten – drei Feldübungen weniger als noch im vergangenen Jahr. Die Reduktion geht laut Yonhap auf Bemühungen des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zurück, der ebenfalls wie Trump eine diplomatische Annäherung an Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un sucht.
Erst am Samstag hatte Trump ein Bild von sich Seite an Seite mit Nordkoreas Machthaber verbreitet und das gute Verhältnis zu Kim betont. Er betonte auch, dass die Militärübungen kostspielig seien. Trump erwähnte zudem, dass Südkorea seine Bitte abgelehnt habe, sich den Bemühungen um eine Denuklearisierung des Irans anzuschließen.DPA