Was für eine schwere Entscheidung: Der Bischof von Speyer, gerade 66 Jahre alt geworden, hat dem Papst sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Eine schwere Depression macht es ihm unmöglich, seine verantwortungsvolle Aufgabe weiter zu erfüllen.
Explizit hatte Karl-Heinz Wiesemann bereits im Mai den Missbrauchsskandal in der Kirche als einen Grund dafür genannt, dass er krank geworden sei. Diese traurige Krankengeschichte zeigt, wie groß die Erschütterung durch diesen Skandal ist. In erster Linie natürlich für Betroffene, die ihr Leben lang unter den Folgen der sexualisierten Gewalt leiden. Aber auch für Gläubige, die Fehlverhalten und Vertuschungen der Institution als schwärende Wunde empfinden. Nun gibt ein Bischof unter der Belastung durch den Skandal sein Amt auf, weil das sein Grundvertrauen in sein bisheriges Leben zerbrochen hat. All denjenigen, die gemeint haben, nun müsse es mal gut sein mit dem Thema Missbrauch, sei gesagt: Es wird die Kirche noch lange verfolgen. Man kann es nicht ad acta legen.