Rettet Klenzes Werk

von Redaktion

Die Ludwigstraße ist im Sommer heiß, man drückt sich im Schatten der Repräsentationsbauten entlang, lechzt nach Kühle. Aber es geht in der aktuellen Debatte nicht einfach um ein paar Bäume, um eine Straße zu verschatten. Die Ludwigstraße müsse vom „Repräsentationsort“ zur „Flanierfläche“ werden, hieß es in der Ausschreibung zum Architekturwettbewerb. Das ist ein Ideologie-getriebener Ansatz. München soll eine seiner nur vier Prachtstraßen verlieren. Und tatsächlich: Das Pariser Siegerbüro MDP, nicht zufällig Landschaftsarchitekten, hat geliefert. Geht es nach MDP, würde Münchens Boulevard, der den Vergleich mit den ChampsÉlysées nicht scheuen muss, zu einer Art zweitem Englischen Garten. Das geht zu weit, viel zu weit. Autos raus im Abschnitt vom Odeonsplatz bis zum Altstadtring, das ist schon ein richtiger Ansatz. Aber mit Baumpflanzungen sollte man sehr behutsam sein. Die Sichtachse Feldherrnhalle bis Siegestor ist identitätsstiftend. München darf das Erbe von Ludwig I., Klenze und Gärtner nicht verhunzen.

Dirk.Walter@ovb.net

Artikel 1 von 11