Ganz nah dran: Natalie Harp im Oval Office. © EPA
München – Es kommt nicht oft vor in der Politik, dass Mitarbeiter ohne herausgehobenen Posten die nationalen Schlagzeilen bestimmen. Doch in Washington wird derzeit mit großer Lust über eine Frau namens Natalie Harp diskutiert, deren Rolle am ehesten als eine Art persönliche Assistentin von Präsident Donald Trump beschrieben wird. Die „New York Times“ schrieb schon 2024: „Sie hat keinen offiziellen Titel, doch während des Wahlkampfs nannten Kollegen sie die ‚menschliche Druckerin‘, weil sie Herrn Trump mit einem tragbaren Drucker und einem dazugehörigen Akku begleitete, um ihm Informationen in Papierform aushändigen zu können – so wie er es bevorzugt.“
Die Bezeichnung „human printer“ ist Harp geblieben. Auch jetzt, da Harp in den Schlagzeilen steht. Diese begannen mit dem Vorwurf des demokratischen Senators Jon Ossoff, Trump wolle lieber „seinen Ballsaal bauen und mit Natalie reisen“, anstatt seine Arbeit zu erledigen. Als CNN-Reporterin Kristen Holmes Trump danach auf Harp ansprach, nannte Trump sie „sehr respektlos“ und schimpfte: „Sie sind eine laute, aufdringliche Person. Sie sind Fake News. Seien Sie still.“ Auf X legte das Weiße Haus noch nach: „Eines Tages werden Ihre Kinder auf Ihre widerwärtige und unmenschliche Frage stoßen.“
Warum diese Heftigkeit? „Anstatt das Feuer zu löschen, hat das Weiße Haus tatsächlich Kerosin ins Feuer gegossen“, schrieb der „Guardian“. Denn plötzlich wird intensiv über Harp spekuliert, die bei allen Sitzungen dabei ist und offenbar auch Trumps Social-Media-Accounts betreut. Die 35-Jährige gehörte zu den wenigen, die mit Trump das Flugzeug wechselten, weil es Sorge gab, der Iran könnte die Air Force One abschießen. Andere Passagiere, wie Außenminister Marco Rubio, mussten im abschussgefährdeten Flieger bleiben.
Die streng konservative Harp hatte im Jahr 2020 die Aufmerksamkeit des Präsidenten geweckt, als sie beim Republikaner-Parteitag über ihre schwere Krebserkrankung berichtete – und Trump quasi für ihre Heilung verantwortlich machte. Inzwischen sind die beiden unzertrennlich. Harps Aufgabe ist es offenbar, Trump mit positiven Nachrichten zu versorgen. Zwei Reporter der „New York Times“ schreiben in einem Buch von Liebesbriefchen, die Harp ihrem Chef schreibt. „Du bist alles, was mir wichtig ist“, soll es darin heißen. Unterzeichnet wird mit: „Von ganzem Herzen, Natalie“.MIK