Frankreich droht Stichwahl von Extremen

von Redaktion

Paris – Knapp acht Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich scheint nach einer Umfrage eine Stichwahl zwischen dem Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon und der Rechtspopulistin Marine Le Pen möglich. Je nach Kandidatenfeld könnte der 75-jährige Mélenchon in drei von fünf getesteten Fällen den Mitte-Rechts-Kandidaten Edouard Philippe überholen und in die zweite Runde einziehen. Le Pen, die Fraktionschefin der Partei Rassemblement National (RN), käme mit 36 bis 38 Prozent der Stimmen in jeder Konstellation auf den ersten Platz, wie eine Umfrage des Instituts Harris interactive-Toluna ergab.

Mélenchon, Gründer der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI, Unbeugsames Frankreich), kommt je nach Gegenkandidaten auf 16 bis 17 Prozent der Stimmen. Im April hatte er noch bei zwölf Prozent gelegen. Das Institut testete mehrere Szenarien, da das Kandidatenfeld noch nicht feststeht.

Im Mitte-Rechts-Lager haben die beiden ehemaligen Premierminister Edouard Philippe und Gabriel Attal ihre Kandidaturen erklärt. Sie haben sich jedoch beide verpflichtet, Anfang des Jahres zu verzichten, wenn der andere erfolgreicher sei. Im linken Lager steht im Oktober eine Vorwahl an, bei der dem Sozialdemokraten Raphaël Glucksmann derzeit die besten Chancen eingeräumt werden. Emmanuel Macron darf nicht mehr antreten.

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