Auspeitschungen in Afghanistan nehmen zu

von Redaktion

Kabul – Gut fünf Jahre nach der erneuten Machtübernahme der islamistischen Taliban nehmen Menschenrechtlern zufolge die Auspeitschungen in Afghanistan zu. Während für 2024 noch 593 Fälle der drakonischen Strafe dokumentiert wurden, seien 2025 bereits 1074 Menschen ausgepeitscht worden, berichtete die Afghanistan Human Rights and Democracy Organization mit Sitz in Kanada. Im laufenden Jahr dokumentierte die Menschenrechtsorganisation bis April schon 553 Auspeitschungen.

In den meisten Fällen wurde die Auspeitschung mit außerehelichen Beziehungen, angeblichen Sexualdelikten sowie Homosexualität begründet. In vielen Provinzen wurden die Opfer auf Sportanlagen sowie öffentlichen Plätzen ausgepeitscht. Auch in Gefängnissen wurde die Bestrafung angewandt. Der Erhebung liegen Veröffentlichungen des obersten Gerichts in Afghanistan und öffentlich zugängliche Daten zugrunde.

Laut der UN-Hilfsmission für Afghanistan veröffentlichen die Taliban-Behörden seit Mitte April keine Ankündigungen von öffentlichen Auspeitschungen mehr. Dennoch seien allein zwischen 1. April und 30. Juni 137 Menschen ausgepeitscht worden. Häufig seien lediglich Regierungsangestellte zugegen gewesen. Laut der Menschenrechtsorganisation AHRDO verletzt das öffentliche Auspeitschen fundamentale Rechte und verstößt zudem gegen das Folter-Verbot.

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