Der Osten darf auch mal stolz sein

von Redaktion

Wahl in Sachsen-Anhalt

Ja, die Umfragen in Sachsen-Anhalt sehen verheerend aus. Und wenn das Bundesland (auch internationale) Aufmerksamkeit bekommt, dann meist aus dem Grund, dass die AfD hier so stark ist. Doch was ist mit den anderen rund 60 Prozent, die eben nicht den gesichert Rechtsextremen ihre Stimme geben? Sie werden zu oft mit den wütend Abgehängten in einen Topf geworfen. Eine deströse Außenwirkung, die die AfD für sich nutzt.

Richtig, auch in Sachsen-Anhalt läuft trotz Länderfinanzausgleich und Soli immer noch nicht alles prickelnd. Manch ein Bahnhof sieht eher aus wie eine Ruine und Autobahn-Ausbauten werden zu jahrzehntelangen Trauerspielen. Solche Probleme haben aber auch andere Bundesländer. Der permanent erhobene West-Zeigefinger gen Osten schließt keine Gräben.

Stattdessen darf der Osten auch mal stolz sein. Sachsen-Anhalt etwa hat als erstes Land eine Praktikumsprämie für junge Menschen eingeführt: 480 Euro im Monat für ein freiwilliges Ferienpraktikum im Handwerk oder in der Landwirtschaft. Nebenbei schafft es das Bundesland mit vereinten Kräften, dass sich Schritt für Schritt Industrieunternehmen ansiedeln. Und schöne Ecken locken den Tourismus an. Die Arbeitslosenquote im Osten ist noch immer hoch, aber das darf nicht die ganze Identität ausmachen. In Berlin ist sie sogar höher, dem Selbstbewusstsein der Hauptstadt tut das aber absolut keinen Abbruch.

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