Russische Kämpfer scheitern in Mali

von Redaktion

Tägliche Angriffe von Islamisten: Putins „Weiße Onkel in Afrika“ geraten zunehmend unter Druck

Wagner-Söldner im Norden Malis. © dpa

Bamako – Seit bald fünf Jahren unterstützen russische Kämpfer das Militär in Mali. Sie sollten in dem westafrikanischen Land einen Konflikt gewinnen, den zuvor auch westliche Militäreinsätze und eine UN-Friedensmission mit Beteiligung der Bundeswehr nicht beenden konnten. Doch die „Weißen Onkel in Afrika“ – so bezeichnen sich die russischen Kämpfer selbst – geraten zunehmend unter Druck. 2026 droht eines der tödlichsten Jahre in Malis Geschichte zu werden.

Der Al-Kaida-Ableger JNIM greift fast täglich Armeeposten und Dörfer an, die Regierungsseite bombardiert Rebellenlager und Dörfer.

Nach Erhebungen der Konfliktdatenorganisation Acled sind seit Januar rund 4000 Menschen in Mali getötet worden, etwa so viele wie in den ganzen Jahren 2024 und 2025, darunter hunderte Zivilisten. Im April griffen JNIM und separatistische Rebellen der Tuareg, die sich verbündet hatten, sechs Städte an, darunter einen Vorort Bamakos. Verteidigungsminister Sadio Camara, ein Wegbereiter des Abkommens mit den Russen, wurde bei einem Selbstmordattentat getötet. Die Aufständischen nahmen wichtige Teile des Nordens wieder ein.

Aktuell gibt es fast täglich Angriffe von JNIM und Rebellen auf Militärposten und von der Regierungsseite auf die Terrormiliz und Rebellenlager. Beide Seiten greifen auch zivile Dörfer und Städte an. Nach UN-Angaben sind etwa 750.000 Menschen auf der Flucht. Die Islamisten sind derweil angesichts des schwachen Staates in vielen Gebieten zu einer Art Ordnungsmacht geworden. Sie finanzieren sich durch Schutzgelder, Goldabbau, Schmuggel und Entführungen.

Trotz der Rückschläge ist ein Abzug der Russen kaum absehbar. Anders als frühere Partner erhebe Moskau kaum den Anspruch, Mali zu stabilisieren. „Das russische Modell verfolgt wesentlich begrenztere Ziele: die Junta schützen und die Minen schützen“, schreibt Sahelforscherin Hannah Rae Armstrong. Mali wird damit zum Testfall für Russlands Sicherheitsmodell in Afrika. Russische Kämpfer sind dort seit Ende 2021 an Kampfeinsätzen beteiligt. Experten schätzen ihre Zahl auf 2000 bis 3000. Mittlerweile unterstehen sie als „Afrika-Korps“ dem russischen Verteidigungsministerium.

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