KOMMENTAR

Pünktlich? Nur auf dem Papier

von Redaktion

Sanierungsstau bei der Bahn

Als Bahnpendler hat man‘s gerade nicht leicht. Laim? Großbaustelle. S4? Schienenersatzverkehr. Werdenfelsbahn? Ein Dauerärgernis. Richtig hart trifft es die Passagiere der Südostbayernbahn. Auf der Strecke München–Mühldorf fahren die Züge seit Monaten täglich mit massiver Verspätung. Und was macht die Bahn? Verspricht eine Rückkehr zur Pünktlichkeit. Nicht etwa, weil die Strecke modernisiert wurde. Sondern dank neuem Fahrplan mit längeren Fahrzeiten. So kann man sich die Pünktlichkeit auch schönrechnen.

Verständlich, dass Verkehrsminister Bernreiter jetzt der Kragen platzt. Tatsächlich muss die Bahn dringend darauf achten, dass die Milliarden aus dem Sondervermögen nicht ausschließlich in die Sanierung der Hochleistungskorridore fließt, sondern auch in die kleinen Strecken.

Auf schnelle Verbesserungen darf der Fahrgast aber wohl nicht hoffen. Aktuelles Beispiel: Zwischen Markt Schwaben und Erding sollten längst Schienen und Schwellen erneuert werden. Nur: Baumaterial und -maschinen konnte man sich erst für Oktober sichern. Bis dahin heißt es: weiter warten. Aber bitte ohne Schönrechnerei.

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