Für den Schutz von Kindern ist es ein Durchbruch, für den Mega-Konzern ein Schuldeingeständnis: 29 US-Bundesstaaten ist es gelungen, dass sich Meta nicht mehr mit viel Geld und unseriösen Gutachten aus seiner Verantwortung rauslavieren kann. Das Unternehmen von Milliardär Mark Zuckerberg muss nun endlich etwas für den Jugendschutz machen und obendrauf noch 14,3 Milliarden Euro zahlen.
Dass Meta einem Vergleich zugestimmt hat, zeigt: Der Konzern wurde Opfer seiner eigenen toxischen Saat. Denn, dass seine Plattformen junge Menschen in sämtliche Süchte treiben – von Mediensucht über Spielsucht bis hin zu Magersucht – wissen die Tech-Bosse schon lang. Doch statt aktiv zu werden, musste der Druck erst maximal erhöht werden. Zu angenehm war es eben, sich auf Kosten einer ganzen Generation die Taschen vollzumachen.
Das Verfahren ist auch ein Warnschuss für die anderen Sozialen Medien. Denn auch Youtube und die chinesische Plattform Tiktok (in China nur als abgewandelte App mit mehr Jugendschutz verfügbar) profitieren vom endlosen Scrollen und sind jetzt im Zugzwang, Beschränkungen und Kontrollen einzubauen.
Zugleich offenbart das US-Urteil aber auch eines: die Untätigkeit der EU. Während es in den USA nur so die Milliarden-Klagen hagelt, stellte die EU-Kommission im April 2026 (!) gerade mal fest, dass Meta tatsächlich ja den Jugendschutz versäumt hat und doch bitte Stellung dazu beziehen soll. Mitgliedstaaten wie Deutschland verstricken sich derweil in endlosen Debatten zu einem Social-Media-Verbot – das einer neuesten Umfrage zufolge sogar auch junge Menschen befürworten. Polen prescht jetzt zwar vor und fordert die EU auf, ebenfalls eine saftige Strafe zu verhängen – doch bis da etwas passiert, hängt die nächste Generation am giftigen Tropf der Social-Media-Giganten.LEONIE.HUDELMAIER@OVB.NET