Netanjahus Rivale gegen Zweistaatlösung

von Redaktion

Gadi Eisenkot will Ministerpräsident werden. © dpa

Tel Aviv – Der nach Meinungsumfragen stärkste Rivale des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei der Parlamentswahl im Oktober hat sich klar gegen eine Zweistaatenlösung ausgesprochen. Die Vision eines unabhängigen palästinensischen Staates, der friedlich Seite an Seite mit Israel existiert, sei ein „bitterer Fehler“, sagte Ex-Militärchef Gadi Eisenkot der Zeitung „Israel Hajom“.

Eisenkots Partei Jaschar (hebräisch für „geradeaus“), die in der politischen Mitte angesiedelt ist, könnte nach Meinungsumfragen Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei bei der Wahl am 27. Oktober als stärkste Fraktion im Parlament ablösen. Mit einer absoluten Mehrheit kann demnach allerdings weder Netanjahus Lager noch das seiner Gegner rechnen. Eisenkot war dafür kritisiert worden, dass er sich in der Frage einer Zweistaatenlösung nicht eindeutig geäußert hatte. Nun sagte er der Zeitung: „Wer nach dem (Hamas-Überfall am) 7. Oktober noch über eine Zweistaatenlösung nachdenkt, ist schlicht verrückt.“ Er habe zudem darauf hingewiesen, dass seine Schwester in einer Siedlung im besetzten Westjordanland lebe.

Gleichzeitig kritisierte Eisenkot das Vorgehen der rechtsextremen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich im Westjordanland. Dies und Siedlergewalt gegen Palästinenser führten dazu, „dass Israel international an Legitimität verliert“, und gefährde die gesamte Siedlungsbewegung. Eisenkot sprach sich auch gegen das derzeit vorangetriebene Siedlungsvorhaben im sogenannten E1-Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim aus.

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