Sommerflaute am deutschen Arbeitsmarkt

von Redaktion

Bescheidene Zahlen: Andrea Nahles. © Löb/dpa

Nürnberg – Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland verharrt auch im August über der Drei-Millionen-Marke. Verantwortlich dafür ist nach Angaben der Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, die Sommerpause. „Wir gehen aber davon aus, dass im kommenden Monat die Arbeitslosigkeit wieder sinken wird.“ Doch eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist ihr zufolge nicht in Sicht.

3,061 Millionen Menschen waren laut der Bundesagentur im August ohne Job und damit 54.000 mehr als im Vormonat. „Das entspricht dem für August üblichen Saisonmuster“, erläuterte Nahles. So sind nach dem Ende von Schule und Ausbildung etwa junge Menschen noch ohne festen Job.

Saisonbereinigt lag das Plus bei 4000 Arbeitslosen. Die Quote nahm im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent zu. Die Bundesagentur griff für die aktuelle Statistik auf Daten zurück, die bis zum 13. August vorlagen.

Damit setzt sich die verhaltene Entwicklung der vergangenen Monate fort. Bei der konjunkturellen Kurzarbeit sei das Niveau im langjährigen Vergleich weiterhin erhöht, die Zahl der offenen Stellen bewege sich auf niedrigem Niveau, der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung fehlten die Wachstumsimpulse, zählte Nahles auf.

Mit der Herbstbelebung im September könnte die Zahl der Arbeitslosen wieder unter die Drei-Millionen-Marke sinken, sagte Nahles. Aber das werde ausschließlich saisonale Gründe haben. „Die Ferienzeit geht in vielen Betrieben zu Ende, und Einstellungen werden wieder verstärkt vorgenommen.“

Fachleuten zufolge könnte die deutsche Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnen. Doch bis eine konjunkturelle Erholung auf dem Arbeitsmarkt ankomme, dauere es mehrere Monate, sagte Nahles. Außerdem seien die Erwartungen noch mit vielen Fragezeichen versehen. „Wir haben ja auch im letzten Herbst gedacht, dass das Frühjahr dieses Jahr besser wird, und dann ist der Iran-Krieg dazwischengekommen.“

Für den Haushalt der Bundesagentur wären sinkende Arbeitslosenzahlen eine gute Nachricht, denn diesen belasten vor allem die Mehrausgaben beim Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld. Nahles rechnet zum Jahresende mit einem Defizit von mehr als 10 Milliarden Euro. 2027 sind ihr zufolge 5 Milliarden Euro prognostiziert. Im Zuge eines konjunkturellen Aufschwungs könne die Summe im kommenden Jahr aber geringer ausfallen.

„Als Bundesregierung tun wir alles für mehr Wirtschaftswachstum, um den Arbeitsmarkt zu stärken“, teilte Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) mit. „Dazu gehört auch, dass wir unseren Sozialstaat effizienter machen.“ Erste konkrete Schritte werden man noch im Herbst umsetzen.

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