Der Polizeieinsatz in Brandenburg. © dpa
Turnow-Preilack – An einem Umspannwerk in Südbrandenburg unweit des Kraftwerks Jänschwalde sind selbstgebaute Sprengvorrichtungen in Form von Silvesterraketen gefunden worden. „Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln“, teilte der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mit. „Vor Ort wurden weitere noch nicht gestartete Flugkörper gefunden.“
Entschärfer waren nach Angaben der Polizei am Umspannwerk in Turnow-Preilack nahe der Landesgrenze zu Sachsen. Eine Polizeisprecherin hatte von mindestens einer Detonation gesprochen. Innenminister Jan Redmann (CDU) zufolge gehen die Behörden mittlerweile aber von Kurzschlüssen aus. Ob es sich um einen Anschlag handelte und welches Motiv die Täter hatten, war zunächst unklar. Die allgemeine Stromversorgung war laut Netzbetreiber zu keiner Zeit beeinträchtigt.
Das Energieunternehmen Leag geht von einem Anschlag aus. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach von einem „Anschlagsversuch“ und verurteilte die Tat. „Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen“, erklärte der SPD-Politiker. Die „Märkische Allgemeine“ berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Einsatzkräfte hätten mehrere Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen gefunden und sie entschärft.
Zuletzt gab es mehrere Anschläge auf die Stromversorgung. Im Januar zündeten mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins an. 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Geschäfte und Firmen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime waren tagelang ohne Strom. Zu dem Brandanschlag bekannten sich die linksextremistischen „Vulkangruppen“. Im März 2024 hatte eine Gruppe Feuer an einen großen Strommast gelegt, der für die Versorgung der Tesla-Fabrik nötig war.DPA