„Keine Showveranstaltung“: Schauspieler Hape Kerkeling zu Gast bei Matthias Miersch und der SPD-Fraktion. © Nietfeld/dpa
Berlin – Die SPD will mögliche Steuern und Abgaben beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik auf die Tagesordnung setzen. Wenn KI zunehmend Arbeitsplätze ersetze, dann seien Beiträge in die Sozialversicherung eine der Fragen, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch vor einer Klausursitzung seiner Fraktion.
Es gehe darum, technischen Fortschritt und gute Arbeit in Zukunft zu verbinden. „Und hier erleben wir mit dem Thema Künstliche Intelligenz eine Revolution, wo wir auch die politischen Rahmenbedingungen setzen müssen. Denn die Frage ist nicht, ob das passiert, sondern die Frage ist, wie es passiert“, sagte Miersch.
Die SPD-Bundestagsfraktion will bis Freitag über die Zukunft der Arbeit diskutieren und dazu auch Fachleute hören. Unter den Gästen ist auch der Schauspieler und Entertainer Hape Kerkeling, der einen Impuls geben soll. Sein Vortrag hat den Titel: „Alles Ansichtssache? Wo die Toleranz in einer Demokratie ihre Grenzen hat und worauf es jetzt ankommt“. Die Rede und Diskussion mit Kerkeling war hinter verschlossenen Türen geplant. „Hape Kerkeling wollte ganz bewusst auch dieses Treffen nicht im öffentlichen Rahmen. Wir wollen keine Showveranstaltung daraus machen“, sagte Miersch dazu. Kerkeling sei für viele Menschen ein Beispiel für den Einsatz für Demokratie und Toleranz.
Der 61 Jahre alte Kerkeling – vielen bekannt durch Rollen wie die des rheinisch-jovialen Vize-Chefredakteurs Horst Schlämmer („Isch kandidiere“) – hat stets auch politische Positionen bezogen. Im April sprach er beispielsweise zum Gedenken an die Befreiung des KZ Buchenwald. Im Internet läuft eine Petition mit der Forderung, ihn im kommenden Jahr zum Bundespräsidenten zu wählen. Fast 143.000 Menschen haben inzwischen unterschrieben.CARSTEN HOFFMANN