Russland schließt Goethe-Institute

von Redaktion

Weimar – Russland hat auf die deutschen Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen reagiert: Das seit mehr als drei Jahrzehnten in Russland aktive Goethe-Institut muss seine verbliebenen Standorte in dem Land schließen, wie Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag ankündigte. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sein Bedauern über die Entscheidung – und bekam bei einem Außenministertreffen in Weimar demonstrativen Rückhalt von seinen Kollegen aus Frankreich und Polen.

„Das Goethe-Institut hat in Russland eine wichtige Funktion als Kulturbrücke übernommen, und wir wären bereit gewesen, das fortzusetzen“, sagte Wadephul. „Ich bedaure, dass Russland diesen Schritt gegangen ist.“ Das erste Goethe-Institut in Russland war 1992 eröffnet worden. Schwerpunktmäßig widmen sich die Institute dem Kulturaustausch und der Sprachvermittlung.

Die Schließung der Goethe-Standorte war von der Bundesregierung erwartet worden. Russlands Führung reagierte damit auf Strafmaßnahmen, welche die Bundesregierung am Dienstag verhängt hatte, weil sie Russland als Drahtzieher des versuchten Flughafen-Anschlags betrachtet. Die Bundesregierung ordnete die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn an und kündigte einen Vertrag für das Russische Haus in Berlin.

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