KOMMENTAR

Putins „komfortable“ Freunde aus Amerika

von Redaktion

Neue Ukraine-Friedensmission

Seit Monaten ruhten die US-Vermittlungsversuche – und zuletzt mehrten sich die Zeichen, dass der Krieg in der Ukraine noch blutiger zu werden droht. Als Reaktion auf die ukrainischen Angriffe auf das „russische Amazon“ Wildberries und andere Ziele tief im russischen Hinterland feuert das russische Militär immer unerbittlicher auf zivile Ziele. Aber auch die Furcht vor der „horizontalen Eskalation“, also vor der Ausweitung des Krieges auf Nato-Staaten, wurde erschreckend konkret – nicht zuletzt wegen der Drohnen-Attacke von Leipzig und dem alarmierenden Besuch des CIA-Chefs John Ratcliffe in Moskau.

Vor diesem Hintergrund ist jeder neue US-Vermittlungsversuch erst einmal wichtig und begrüßenswert. Doch die Tatsache, dass die Waffen nicht einmal für die Zeit der Pendeldiplomatie ruhten, wirkt nicht gerade ermutigend. Dazu kommt, dass das Team Jared Kushner/Steve Witkoff schon bei den ersten Vermittlungsversuchen geradezu naiv Putin-freundlich aufgetreten ist.

Das könnte dann hilfreich sein, wenn der russische Präsident ähnlich anfällig für Schmeicheleien wäre wie Donald Trump. Doch dem eiskalten KGB-Mann im Kreml sind Nettigkeiten sichtlich gleichgültig – und hinter der US-Vermittlung sieht er vor allem Zeichen der Schwäche Washingtons und seiner Feinde in Kiew.

Putins Reaktion auf die US-Pendeldiplomatie spricht Bände: Die Zusammenarbeit mit Kushner und Witkoff sei „für uns komfortabel“ – soll wohl bedeuten: Die Unterhändler aus den USA sind für ihn nichts anderes als nützliche Idioten. Noch deutlicher aber ist der zweite Satz: Putin zeigte sich „einmal mehr überzeugt, dass er die Ziele seines Krieges erreichen“ werde, so sein Sprecher. Das heißt im Klartext: Beim Kreml-Diktator ist nach wie vor keinerlei Kompromissbereitschaft erkennbar. Frieden gibt es für Putin nur bei totaler Kapitulation Kiews. Nach echter Verhandlungsbereitschaft klingt das jedenfalls nicht.

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