Ein Problem für alle, eine Aufgabe für alle

von Redaktion

Pisa-Desaster

Wer jahrzehntelang auf eine Mauer zufährt und es nicht schafft, abzubremsen: Der macht was falsch. Deutschland und die Pisa-Studie: Das ist so ein Fall. Die große Frage ist allerdings, WAS wir falsch machen und also auch: was wir besser machen könnten.

In so einer Lage kann es helfen, sich anderswo umzuschauen – dort, wo‘s funktioniert. Zum Beispiel in Estland mit seinem guten Pisa-Zeugnis. Das dortige Erfolgsrezept besteht nicht aus einem Einzelpunkt, sondern aus einem sauber strukturierten Gesamtsystem vom Kindergarten an. Frühkindliche Förderung mit Blick auf die Sprache, gut ausgebildete Lehrer, regelmäßige Leistungskontrollen und gezielte Förderung: Das gehört alles dazu.

Wir in Deutschland müssen verstehen, dass Bildung unsere einzige Ressource und deshalb wichtig für alle ist. Und wir müssen verstehen, dass das kein Thema ist, bei dem die Eltern die Verantwortung auf die Lehrer schieben können, die Lehrer auf die Kindergärten, die Kindergärten auf die Politik – und am Ende bleiben ein ratloses Schulterzucken und der nächste Pisa-Schock.

Helfen könnten: Lesebuch statt Handy-Videos daheim, gemeinsame Bildung nicht bloß bis zur vierten Klasse, echter Unterricht nicht bloß bis zwei Wochen vor den Sommerferien. Und vor allem: individuelle Förderung für jedes Kind. Dafür braucht‘s mehr Lehrer, aber auch mehr Bewusstsein bei allen Beteiligten.ULRICH.HEICHELE@OVB.NET

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