Trumps AfD-Jubel verärgert Berlin

von Redaktion

Washington/Berlin – Mit zwei Tagen Verspätung hat Donald Trump auf den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt reagiert und damit die Bundesregierung verärgert. Die sagte am Mittwoch kurzerhand ein Telefonat zwischen dem US-Präsidenten und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ab. Gründe nannte Regierungssprecher Stefan Kornelius zwar nicht, ein Zusammenhang mit den Aussagen des Republikaners liegt aber nahe.

Trump hatte den Wahlerfolg der rechtsextremen Partei zuvor als „wirklich großen Abend“ begrüßt. Die AfD nannte er bei Truth Social zwar nicht ausdrücklich, schrieb aber: „Wow! Die populistische Partei in Deutschland hatte gerade einen wirklich großen Abend.“ Er fügte hinzu: „Sie sind auf dem Vormarsch“. Die Partei und ihre Anhänger hätten die „absolut schrecklichen Einwanderungsregeln“ satt. In Anlehnung an seinen Maga-Slogan „Make America Great Again“ fügte er das Akronym „MGGA“ hinzu, was offenbar „Make Germany Great Again“ bedeuten soll.

Vor allem die SPD reagierte erbost. „Wir Deutschen entscheiden selbst, wie wir mit Migration umgehen, und auch, wen wir wählen“, sagte der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), dem „Tagesspiegel“. „Ratschläge aus dem Weißen Haus brauchen wir dabei nicht.“ Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese sagte, die Einmischung „geht nicht.“ Mit Trump müsse „Tacheles geredet werden“.

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