Mohammed bin Sajid wird in Berlin mit militärischen Ehren begrüßt. © Von Jutrczenka/dpa
München/Berlin – Es ist einer der spannenderen Staatsbesuche in Berlin und München, kein reines Ritual: Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Sajid, hat seinen zweitägigen Deutschland-Besuch gestartet. Scheich Mohammed traf sich mit Kanzler Friedrich Merz zum Gespräch und mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem festlichen Staatsbankett. Die vertraulichen Gespräche begleiten eine Hinwendung der Emirate Richtung Europa. Als Öl- und Gas-Exporteur sind sie von der Eskalation zwischen USA und Iran in der Straße von Hormus wirtschaftlich geschädigt.
Geplant ist binnen einem halben Jahr ein Freihandelsabkommen mit der EU. Die Emirate sagten am Donnerstag außerdem zu, 40 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren; ein Zeitraum wurde nicht genannt. Im Hintergrund geht es zudem um eine Rüstungs-Zusammenarbeit mit Berlin bei der Drohnen-Abwehr, die VAE wollen sich besser gegen iranische Attacken schützen.
Laut „Politico“ plant die Golf-Airline Emirates zudem eine erste Direktverbindung von Dubai nach Berlin. Der Hauptstadt-Flughafen BER, von Frankfurt und München weit abgehängt, würde jede neue internationale Strecke begeistert begrüßen. Bei der Lufthansa und ihren Drehkreuzen in Hessen und Bayern gab und gibt es da große Vorbehalte. Die Golf-Airlines sind ein direkter Lufthansa-Konkurrent unter anderem für die Strecken nach Ostasien. Emirates fliegt bisher Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an.
Das könnte heute in Bayern gleich zur Sprache kommen. Scheich Mohammed wird am Vormittag in München empfangen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begrüßt den Gast im Kaiserhof der Residenz. Eine Ehrenformation der bayerischen Polizei steht parat, ein Gespräch in kleinem Kreis folgt. Ein Thema in München ist übrigens auch eine Kooperation mit dem Deutschen Museum, Abu Dhabi wäre wohl gerne Standort einer Außenstelle, ähnlich wie beim Louvre. Für einen Besuch des Scheichs im Museum reicht allerdings die Zeit nicht, berichten Beteiligte. Der Staatspräsident trifft sich vor seinem Rückflug noch im Bayerischen Hof zum Wirtschaftsforum mit Unternehmern.C. DEUTSCHLÄNDER