Steffen Vogel führt die CSU in Unterfranken
Würzburg – In der CSU gibt es Wirbel um ein Polit-Video des unterfränkischen Bezirksvorsitzenden Steffen Vogel. Der Landtagsabgeordnete hat per Facebook und Instagram der AfD zum Wahlsieg in Sachsen-Anhalt gratuliert, manchen in der Tonalität zu freundlich. Der Landtagsabgeordnete verteidigt seinen Auftritt im Gespräch mit unserer Zeitung.
„Glückwunsch an die AfD nach Sachsen-Anhalt zu diesem Wahlergebnis“, sagt Vogel, 43,8 Prozent seien „das beste Ergebnis, das eine Partei innerhalb der letzten zehn Jahre bei einer Bundes- oder Landtagswahl geholt hat“. Das sei kein geschichtsträchtiger Unfall, sondern Demokratie. Es sei „vollkommen klar, der nächste Ministerpräsident“ müsse der AfD-Kandidat Siegmund sein, „ansonsten wäre das eine Umkehrung von Demokratie“.
Manchen in der Parteiführung ist dieser Glückwunsch zu euphorisch. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann nannte das Video in der Mainpost „vollkommen verunglückt“, Gratulationen seien unangebracht. Andere in der Parteispitze halten für unklug, daran zu erinnern, dass die CSU solche Ergebnisse jenseits der 40 Prozent nicht mehr erziele (der CDU in Schleswig-Holstein gelang das zuletzt 2022).
Vogel (52), für lebhafte, unkonventionelle bis provokante Auftritte bekannt, verteidigt sein Video als „Weckruf an die Union“. Reflexhafte Empörung über die AfD und ihre Wähler sei zu einfach. Er vermisse Selbstkritik in der CDU, sagte er unserer Zeitung, sieht schwere politische Fehler der Bundesregierung in der Steuer-, Energie- und Schuldenpolitik. „Wir haben offensichtlich was falsch gemacht. Ich rate zur kritischen Selbstreflexion.“ Die Union müsse Politik nicht nur besser kommunizieren, sondern „bessere Politik machen“.CD