Wer sich im öffentlichen Raum bewegt, kann kaum vermeiden, fotografiert oder gefilmt zu werden. Aber bisher waren die Kameras immerhin als solche erkennbar: Man sah das Handy in der Hand oder die Sicherheitskamera an der Tür. Smart Glasses ändern das. Sie sehen weitestgehend aus wie normale Brillen, können aber Aufnahmen machen. Zu welcher Art Missbrauch das einlädt, liegt auf der Hand.
Videos von Frauen, die nicht wissen, dass sie gefilmt werden, fluten bereits das Netz. Meta behauptet, mit seiner Brille sei heimliches Filmen nicht möglich. Ein LED-Signal leuchte, wenn die Kamera aufnimmt. Aber: Dass einer Frau, die unerwartet von einem Fremden angesprochen wird, ein kleines Lichtlein an seiner Schläfe auffällt, darf man bezweifeln. Unter direktem Sonnenlicht dürfte es quasi unsichtbar werden. Rechtlich ist die Lage zwar klar: Andere heimlich zu filmen und die Aufnahmen zu veröffentlichen, ist in Deutschland verboten. Doch wer eine Kamera auf der Nase trägt, kann die Privatsphäre anderer unbemerkt verletzen. Die Hersteller müssen dafür sorgen, dass eine Aufnahme klar erkennbar ist. Die LED-Leuchte reicht nicht.