Von allen verrutschten Kanzler-Sätzen war der über das angebliche Höllenloch Belém der teuerste: Eine Milliarde Euro für den Regenwald versprach Friedrich Merz nach seiner Rückkehr von der Weltklimakonferenz in Brasilien im November 2025. Auf dem Heimflug hatte der Kanzler vor Journalisten gesagt, wie „froh“ alle seien, von Belém wieder nach Hause zu dürfen. Die Brasilianer fanden das überhaupt nicht lustig, die Sache mauserte sich rasch zur Staatsaffäre. Und Merz versuchte die Sache zu regeln, wie das deutsche Politiker seit jeher taten: mit vielen deutschen Steuerzahlermillionen.
„Gut angelegtes Geld“, summte dazu der vielstimmige linksgrüne Berliner Chor. Doch damit wird es nun wohl nichts: Unions-Haushaltspolitiker wollen das Klimageld aus dem Haushalt streichen. Gut so! Wer Bundesbürgern das Geld für Pflege, Gesundheit und Rente kürzt, kann nicht gleichzeitig in Spendierhosen durch die Welt jetten. Der darf auch keine Radwege in Peru bauen oder Entwicklungshilfe an China zahlen. Es ist traurig genug, dass es für diese Einsicht offenbar erst die Wahlerfolge der AfD brauchte.
Die Botschaft ist eine doppelte. Erstens: Wenn schon nicht die Parteichefs der Koalition sparen wollen, so haben nun anscheinend wenigstens die ersten Abgeordneten verstanden, dass es so nicht weitergehen kann. Und zweitens: Die Autorität des Kanzlers nähert sich der Nulllinie, wenn Parteisoldaten Anweisungen ihres Chefs einfach einkassieren.GEORG.ANASTASIADIS@OVB.NET